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Trotz verschiedener Bombenangriffe stand unser Haus auch noch als am 12. April 1945 die Amerikaner einmaschierten. Das Grundstück wurde beschlagnahmt und AH Garzmann als Treuhänder bestimmt mit der Maßgabe über Haus und Grundstück nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Militärregierung zu verfügen. Nachdem man sich mehrfach und gründlich davon überzeugt hatte, dass wir als Grundstückseigner nichts mit der NSDAP zu tun gehabt haben, blieben wir hiervon aber recht unbehelligt. Da nach den Richtlinien der Militärregierung aber nicht mit einem baldigen Wiederaufmachen von studentischen Korporationen zu rechnen war, wurden die Räume zunächst an vier verschiedene Freimaurerlogen vermietet, die ihre Logenheime verloren hatten.
Da der Universitätsbetrieb am 12. November 1945 wieder aufgenommen wurde, aber die TU unter einem großen Mangel an Räumlichkeiten zu leiden hatte, wurde vereinbart, dass unser Kneipraum als Hörsaal benutzt werden durfte. Der Mietvertrag mit der Uni und auch der mit der letzten Loge (seit 1949 war es nur noch eine Loge) lief im Juni 1953 aus. Lediglich der Paukboden wurde noch bis Juni 1956 für den Hochschulsport genutzt. Durch diesen regen Verkehr auf dem Haus war es nicht verwunderlich, dass schon bald wieder ein Zusammenschluss junger Studenten zur "Akademischen-Naturwissenschaftlichen Vereinigung (ANV)" erfolgte. Als Vermieter tauchte hier zum ersten Mal der "Hausverein Gaußstraße 18 e.V." auf, der ursprüngliche "Verband Alter Herren des Corps Teutonia-Hercynia e.V. in Braunschweig". Dies geschah am 13. Januar 1947. Am 15. Juni 1950 trat eine Gruppe aus der ANV aus, um die studentische Verbindung "Teutonia-Hercynia" zu gründen, nachdem mit der AHV geklärt wurde, dass sich diese Verbindung so nennen und auch die entsprechenden Farben tragen darf. Seit dem Stiftungsfest am 1. Juli 1950 nennt sich diese Verbindung auch wieder Corps Mit personeller Unterstützung der Teutonia-Hercynia konnten dann auch am 28. April 1951 das Corps Frisia und am 15. November 1952 das Corps Marchia wieder rekonstituieren. |
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Mit Ausbruch des ersten Weltkrieges ruhte der Betrieb des Corps. Noch am selben Tag, dem 4. August 1914, wurde ein außerordentlicher
Convent einberufen und die Suspension des Corps auf unbestimmte Zeit beschlossen. Erst am 1. Dezember 1918 wurde aktive Betrieb wieder aufgenommen. In der Zwischenzeit diente das Corpshaus lediglich eine Zeit lang als Hilfslazarett und wurde nur ab und an für Zusammenkünfte genutzt. 70 Mitglieder des Corps sind in den Krieg gezogen, sieben von ihnen sind gefallen.
Mit der Machtergreifung der NSDAP im Januar 1933 bekann auch das vorläufige Ende der meisten Studentischen Verbindungen. Der schon bald gegründete "nationalsozialistische Deutsche Studentenbund (NSGStB)" veranlasste die Zusammenlegung mehrer kleiner Verbände zu größeren und zum Schluß, am 12. Januar 1935, zur "Gemeinschaft Studentischer Verbände (GStV)". Hierzu gehörte auch der Dachverband der Teutonia-Hercynia, der WSC. Die Zusammenarbeit zwischen GStV und dem Studentenbund verlief aber nicht, wie man es sich erhofft hatte. So kam es am 20. Oktober 1935 zur Liquidation des Verbandes, womit sich der WSC und damit auch das Corps Teutonia-Hercynia auflöste. Damit durften öffentlich keine Farben mehr getragen werden. Am 18. November 1936 bildete sich eine Kameradschaft, die sich später in Kameradschaft "Kehr" umbenannte und am 6. April 1940 in Kameradschaft "Heinrich der Löwe". Diese führte die Traditionen der Teutonia-Hercynia weiter. |
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Das Corps Teutonia-Hercynia ist - wie der Name vermuten lässt - aus dem Zusammenschluss der "Hercynia" und der "Teutonia" hervorgegangen. Die "Hercynia" wurde am 17. Januar 1866 als Akademischer Pharmaceuten-Verein in Braunschweig gegründet. Der Verein führte die Farben grün-weiss-braun mit der Grundfarbe weiss und hatte den Zweck der "...Erstrebung eines akademischen Zusammenlebens und des gemeinschaftlichen Auftretens nach außen" (§1 der Statuten). Am 30. Juli 1887 wurde dieser Verein unter Beibehaltung der Farben und mit dem Wahlspruch "neminem time, neminem laede" in die Akademische Parmaceuten-Verbindung "Hercynia" umgewandelt. Nach einjähriger Probezeit wurde die Hercynia offiziell vom WSC aufgenommen (s. Dachverband). Damit wurde aus der freien schlagenden Verbindung Hercynia das Corps Hercynia. Dieses bezog dann auch am 6. und 7. Mai 1910 unser Corpshaus in der Gaußstraße 18. Die "Teutonia" wurde am 26. November 1871 als Landsmannschaft in Aachen gegründet mit den Farben grün-weiss-rot mit grüner Mütze und dem Wahlspruch "Amico pectus, hosti frontem". Am 15. Juli 1876 wurde die "Teutonia" in den SC zu Aachen aufgenommen und damit zum Corps. Die beiden ortsansässigen Corps mussten jedoch im Sommersemester 1877 nach einem aufsehenerregenden Pistolenduell suspendieren. Bereits am 17. Dezember 1878 wurde das Corps Teutonia aber wieder an der TU Braunschweig wieder aufgetan. Aufgrund des fehlenden Nachwuches musste die Teutonia 1902 wieder suspendieren. Der einzige
Fuchs, der Schwede Norström, wurde an das Corps Rhenania in Braunschweig abgegeben. 1905 sollte in München ein neuer SC gegründet werden. Zu diesem Zweck trat man an das suspendierte Corps Teutonia heran, die daraufhin am 20. September 1905 in München wieder aufmachten.
Nach dem ersten Weltkrieg war es für die "Teutonia" nicht mehr möglich wieder in München aufzumachen. Das Corpshaus war von der Räteregierung beschlagnahmt und die Ausreise nach München war durch die Besetzung des linken Rheinufers durch die Franzosen nicht möglich. So wurde beschlossen zurück nach Braunschweig zu gehen und dort mit dem Corps Hercynia, zu dem seit langem freundschaftliche Beziehungen aufgebaut waren, zu fusionieren. So geschehen am 14. Juni 1919. Für das nunmehr vereinigte Corps Teutonia-Hercynia wurden die Farben grün-weiss-rot mit der Grundfarbe weiss festgelegt. Beide Wahlsprüche wurden übernommen. Als Zirkel wird nunmehr der der Hercynia geführt. |
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An dieser Stelle kann natürlich nicht auf die Entstehungsgeschichte im Detail eingegangen werden. Es soll hier nur ein kurzer Einblick in die Entwicklung gegeben werden. Falls tiefergehendes Interesse besteht, stehen natürlich weitreichende Informationen auf dem Corpshaus zur Verfügung. So zum Beispiel auch in dem zum 100jährigen Bestehen des Corps Teutonia-Hercynia herausgegebenen Buch, welches 1966 erschienen ist. |
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